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Ehrenamt

Bürgerstiftung Rüsselsheim – Recap der Informationsveranstaltung

Am gestrigen Abend (13. Juni 2014) trafen sich etwa 30 Rüsselsheimer Bürger zur Informationsveranstaltung “Bürgerstiftung Rüsselsheim”. Inhalte waren die generelle Vorstellung der Stiftungsidee auf Stadtebene und deren Dimensionen, dazu gab es einen sehr guten, einführenden Vortrag von Herrn Scheid von der Bürgerstiftung in Achim (30.000 EW, nahe Bremen). Danke dafür! Er erläuterte den Formalismus der Stiftung, die beiden Kapital-Standbeine ‘Stiftungskapital’ und ‘laufendene Spenden’ und letztlich die praktische Arbeit mit der Förderung zahlreicher Projekte im Stadtgebiet.

Neben den Entsprechungen zwischen den Städten Achim und Rüsselsheim wurden auch einige Unterschiede sichtbar, die starke Konzentration der Stiftung Achim auf einen Park ist sicher der – vor dem Engagement vorzufindenden – einmaligen Situation in der Stadt zuzuordnen und auch das große zeitliche Engagement der Stiftungsvorstände bei eigenen Veranstaltungen wird vermutlich andernorts anders (geringer) ausgestaltet.

Die größten Herausforderungen

Im Vergleich zur Referenzstadt Achim werden in Rüsselsheim viele der genannten Stiftungsaufgaben bereits von der Stadt Rüsselsheim übernommen – zu der es den größt möglichen formellen Abstand einzuhalten gilt. Fallweise jedoch nicht unbedingt in der praktischen Zusammenarbeit bei der Umsetzung von Projekten. Weiterhin ist über den Förderungsbedarf in Rüsselsheim noch nichts bekannt – man benötigt keine Stiftung, wenn es dafür gar keinen Bedarf gibt.
Und zu letzt, neben den Gründungs- und Betriebsformalismen, dürfte eine der wesentlichen Herausforderungen die Ausarbeitung eines Kriterienkataloges und Prozesses zur Entscheidung über zuzuteilende Förderungen werden. Hier gilt es grundsolide zu arbeiten, denn anhand dieser ggf. ‘hohen Hürden’ werden Stifter ihr Engagement abwägen und ein jährliches Spendenvolumen festlegen.

Ein Thema das auch diskutiert wurde, halte ich für überzogen schwierig bewertet: die Aktivierung bürgerschaftlichen Engagements in unserer Stadt. Es gibt dieses Engagement bisher nicht sichtbar, weil ihm kein gebündeltes Ziel zur Verfügung steht. Dieses Ziel wird mit einer Stiftung geschaffen und bisher unbekannte Bürger werden sich, vielleicht weiterhin ungenannt, engagieren.

Fazit: die Gründung geht leicht

Man sollte nach Möglichkeit eine Bürgerstiftung Rüsselsheim gründen, Anträge zu förderungswürdigen Projekten würden höchst wahrscheinlich stapelweise eingehen. Bzgl. des Stiftungskapitals wird sich die Lage schnell entspannen, es gibt in Rüsselsheim jede Menge Bürger und Firmen, für die die einmalige Stiftung von z.B. 5.000 Euro überhaupt kein Problem ist und die dazu sicher auch bereit sind – wenn eine Stiftung ‘rock solid’ in ihrem Auftreten und mit maximaler Distanz zum gemeinhin als strukturell defizitär geltenden Politik-Verwaltungskomplex gegründet wird.

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