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Asides

Alpha-Männer oder: ein Irrtum der Frauen

Manchmal ergibt es sich im Frühjahr – oder statistisch erwiesen auch sehr häufig vor Weihnachten, dass sich das Beziehungskarussell etwas schneller dreht als gewöhnlich.

Die Ursachen dafür sind nur für die Phase vor Weihnachten sicher bekannt – es handelt sich um eine Phase besonderer, emotionaler Belastung und daher die häufigen Trennungen – für die jetzige Phase am Sommeranfang kann von mir nur spekuliert werden, dass die Hormone so in den Mai oder den Sommer hinein tanzen, dass sich eine Neuorientierung aus der Hüfte heraus ergibt.

Eine andere Beobachtung stellt sich beim aufmerksamen Beobachter aber unabhängig von der Hormonlage ein und ist scheinbar auch recht signifikant: neuerlich ergaben sich im Bekanntenkreis drei Beziehungsumwälzungen (es wird ja tatsächlich in jeglicher Hinsicht immer einiges umgewälzt) und man meint einen Effekt zu beobachten, der beim zweiten Blick schon gar nicht mehr so unerwartet ist – der “ich habe meinen Kerl endlich vollständig domestiziert, nun ist er mir langweilig geworden”-Effekt.

Frauen formen ihren Mitstreiter jahrelang nach ihren Vorstellungen bis er perfekt putzen und kochen kann, nach dem Sex darauf achtet, dass sie kuschelnd einschlafen können, nicht zu oft in die Kneipe geht und schon garnicht besoffen im gleichen Bett schläft (man hört die wildesten Konstrukte), zu rauchen aufhört und niemals mehr zum Fußball ins Stadion darf. Der Rasen ist perfekt gemäht – und das Leben eine einzige langweilige, verdorrte Einöde.

Wer will schon lieb und nett? Niemand, das gibt nur schwule[1] Muttersöhnchen. Glaubt nicht den Quatsch aus den Kolumnen der Frauenzeitschriften, verirrte SchreiberInnen müssen sich Woche für Woche neue Verirrungen aus den Fingern saugen, weil sie nichts anderes gelernt haben und ausgerechnet die und die Frauenzeitschrift will dann die Wahrheit kennen? Niemals. Ich möchte nicht pauschal gegen irgend welche Printmedien schreiben, denn jeder weiss: insbesondere hier liegt die Wahrheit zwischen den Zeilen, der geneigte Leser möge also wie immer ein Mindestmaß an eigener Denkaktivität aufbringen, auch wenn es schwer fällt. Was ich aber sagen möchte ist: die Dosis macht das Gift, kommt Mann dem fraulichen Ideal allzu nahe, löscht wer sich vielleicht selbst aus? Vielleicht nicht nur vielleicht.

Worin besteht nun der im Titel zitierte Irrtum der Frauen? Einfach darin, einen Mann haben zu wollen, mit dem perfekte Harmonie herrscht. Gibt’s nicht, hält nicht und ist nicht erstrebenswert.

Die Welt braucht mehr echte Männer, schon lange. Die sind längst überfällig, in vielen Bereichen.

Kopf hoch, Augen gerade aus.

[1]: an dieser Stelle will ich mich ausdrücklich von jeglicher Schwulendisse distanzieren, ich bin mit einigen Homos gut bekannt und nur selten treten dabei Entsprechungen zu landläufigen Klischees zu Tage – Schwulendisse ist zumeist blödes Geschwätz.

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